Bauwerke Michelstadt

Rathaus in MichelstadtMichelstadt hat eine pittoreske Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern. Besondere Erwähnung verdienen – teils innerhalb der Altstadt, teils in den Wäldern des sonstigen Stadtgebiets − die folgenden Bauwerke: das Historische Rathaus, der Diebsturm an der Stadtmauer, der Kellereihof (eine im frühen Renaissancestil überbaute fränkische frühmittelalterliche Burganlage) im Stadtmauer-Ring von Michelstadt, die spätgotische Stadtkirche (Ende des 15. Jahrhunderts), die Einhards-Basilika, das Schloss der Grafen zu Erbach-Fürstenau - Schloss Fürstenau – darin Teile einer alten Wasserburg in Michelstadt-Steinbach, das Eulbacher Jagdschloss mit Englischer-Parkanlage, das Römerbad und Kastelle als Teil des Neckar-Odenwald-Limes.

Der Diebsturm an der Stadtmauer Das Michelstädter Fachwerkrathaus, das auf einer Briefmarke der Deutschen Post verewigt und in der ganzen Welt bekannt ist, wurde im Jahre 1484 im Stil der Spätgotik errichtet, danach mehrfach im Inneren verändert und war von 1743 bis 1903 verschindelt. Das Erdgeschoß des Rathauses diente von Beginn an als Markthalle. Das Rathaus wurde in Rähmbauweise errichtet, der rückwärtige Teil (Ostwand) war ursprünglich ein Teil der Friedhofsmauer, auf den das obere Rähm des Erdgeschosses aufliegend errichtet wurde. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer der Baumeister ist, vermutet wurde, dass die Anregung für den Bau von Schenk Adolar von Erbach und Bischof Johann von Dalberg (dessen Berater) ausgegangen sein könnte.

Die Kellerei

EinhardsbasilikaDer Kellereihof ist eine im frühen Renaissancestil überbaute fränkische frühmittelalterliche Burganlage, die in den Stadtmauer-Ring um Michelstadt integriert ist. Diese Burg ist selbst eine Überbauung eines römischen Siedlungs- und Handelsplatzes am Kreuzungspunkt zweier römischer Straßen zur Versorgung der Odenwälder und Mainischen Limes-Kastelle. Als Zeugnis dafür gilt der im benachbarten, historisierend restaurierten Diebsturm eingemauerte Mercur-Torso. Dieser Wehrturm diente bis in das beginnende 19. Jahrhundert als Gefängnis und wird heute bei Stadtführungen fälschlicherweise als der Bergfried der Frankenburg bezeichnet. Der tatsächliche Bergfried ist jedoch an der Nordostecke der Zehntscheune in den Bau integriert und bis zur Traufenhöhe der Scheune abgetragen aber gut durch seine Rundung zu erkennen.

 Das Schloss Fürstenau Die spätgotische Stadtkirche

Die Stadtkirche, fertig gestellt 1490, wurde als Ersatz für eine aus karolingischer Zeit von Einhard anstelle einer Holzkirche erbauten Steinkirche gebaut. Die Pfeiler des Mittelschiffs sowie die Wände des südlichen und nördlichen Seitenschiffs wurden 1475 errichtet. Der Chor stammt aus dem Jahr 1461, die Nordwand des Vorchors ist noch karolingisch. Sie beherbergte bis in die 1970er Jahre in ihrem Glockenturm eine der wertvollsten Bibliotheken Deutschlands, die über tausend Bände umfassende Bibliothek des aus Michelstadt stammenden Speyrer Domherren Nicolaus Matz, die dieser seiner Vaterstadt und ihren Bürgern zu Ende des 14. Jahrhunderts vererbte. Die Bibliothek ist mittlerweile in einem eigens dafür umgebauten Lagerhaus der Michelstädter Poststation derer von Thurn und Taxis untergebracht. Die Vorgängerin der Stadtkirche war über dem hier entspringenden Bach namens Kiliansfloß, einer frühkeltisch-germanischen Kultstätte und späteren römischen Mithraskultstätte errichtet worden. Der gefasste Kiliansfloß speiste neben dem Taufbecken auch alle städtischen Brunnen. Die eigentliche Quelle des Kiliansfloßes liegt jedoch weit außerhalb der Stadt, der Bach verschwindet unweit des Friedhofs in einem Erdloch und entspringt dann wieder mitten in der Stadt.

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